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Der Paradigmen Tango - oder ist ITIL® noch zu retten...

17:24:22 14.12.2017 gepostet von helmut um 17:24:22 14.12.2017

Da steh ich also mit einem meinem Freund und Kunden und bekomme folgende schicksalshafte Frage gestellt:


Ist ITIL® in Zeiten von Digitalisierung, Devops, Agilität und Multiprovidermanagement eigentlich noch eine valides Referenzwerk für die Zukunft?

 

Da ich nun nicht zu der Zunft an Antwortgebern, Beratern und Auguren gehöre, die sofort das verargumentieren, was sie auch zu verkaufen haben, musste ich erstens Zeit gewinnen, zweitens mal nachdenken, um eine vernünftige Antwort zu geben...

Mehr aus Reflex, als aus purem Wissen heraus, kam mir daher jener Gedanke, den ich nun per Blog auch erläutere: 


Referenzwerke sind nur so gut, wie der Zweck zu dem Sie eingesetzt werden!


Wenn ich mir ansehe mit welcher Zwecksetzung heute IT-Services (inkl. App am Smartphone)  an den "Mann" bzw. User gebracht werden, kann und darf das liebgewordene ITIL®  gar nicht der Weisheit letzter Schluss sein. 



Im Rahmen der Digitalisierungs-Welle sind drei Faktoren gefragt: Innovationsgeist und Empathie zum Benutzer (Designthinking), Geschwindigkeit in der Umsetzung (Agilität) und schnellstmögliche wirkungsvolle Inbetriebnahme der Lösung (Devops).


Nicht umsonst gilt hier das Paradigma des "Innovate-Design-Transform". Jene die dieses Paradigma in die Welt gesetzt haben, dachten und denken aber instinktiv: um die Betriebsplattform, die Partner und Umsetzung kümmern sich dann schon jene, die die "Subservices" steuern sollen...


Ergo gilt für diese Welt eine Voraussetzung. Die "retained IT" kümmert sich schon dann irgendwie um die Integration all jener Sub-Parts, Cloud- und IT-Services, welches einen nachhaltigen Erfolg gewährleistet. Retained IT, das bedeutet aber, dem Paradigma des "Make-Source-Deliver" zu folgen. Wobei hier das "Make" im Sinne eines "Spezifizierens und für den Tender bereitmachen" zu versetehen ist, nicht im Sinne eines "Wir entwickeln da mal was...".

Eine Situation in der sich viele IT-Abteilungen auch schon heute befinden, erstens weil im Entwicklungstempo der Digitalisierung nicht mehr alles gemacht werden kann, zweitens weil schlicht einfach Ressourcen fehlen, alles alleine zu stemmen. Es gibt einen Grund, warum in aller Bälde daher Referenzwerke zum "Service Integration and Management - SIAM" und zur Steuerung von ausgelagerten Dienstleistungen (Sourcing Governance) in diesen Reihen mehr Anklang finden.

Doch auch dieses Paradigma hat seine Grenzen, verliessen sich die, die die Referenzwerke darauf, dass zuvor Provider technisch und inhaltlich stablie Services bereitstellen können (egal ob Cloud, on Premise oder wie auch immer...).... 


Ergo bleibt beim Provider zwangsläufig das beliebte ITIL, vielleicht noch die kodifizierte Version davon (ISO 20000), also etwas das prüfbar jenen die Sicherheit zum Entscheiden gibt, wenn man selbst mit soviel Informationen geflutet wird, dass ein detailliertes Hinterfragen von Spezifika nicht mehr möglich ist (böse Zungen würden hier von abgesicherter Ahnungslosigkeit schreiben...). Hier also bleibt das "Plan - Build - Run" als Paradigma.

 

Konklusio: Sehr oft bedingt das eine Referenzwerk, die Kenntnis des jeweils anderen, eine allseelig machende Bibel gibt es nicht mehr, der Mensch ist wieder gezwungen selbst zu denken...


Was bedeutet das nun für den jeweiligen "Entscheider". Es bedeutet, dass man je nach Situation der eigenen IT-Abteilung, je nach Position als Provider im Markt oder als Rollenträger im gesamten Unternehmenskontext zuerst der Zweck, dann der Nutzen und die Grenzen des jeweiligen Referenzwerkes als Voraussetzung herhalten müssen und erst danach der entsprechende Richtungsentscheid angestrebt werden kann.

Was bedeutet dass für Anbieter von "Frameworks, Ausbildungsformaten und Trainingsorganisationen".


Das Warum definiert das "Was" in der Auswahl und nicht mehr das "One-Size-fits-All".


Falls die Kollegen von Axelos dies noch nicht bemerkt haben, sollten Sie sich mal Gedanken darum machen, warum die Anzahl georderter ITIL-Prüfungen zurückgegangen sind.

 

Meinem Kunden hab ich übrigens folgende Antwort gegeben. Zuerst denk dran, welches Ziel du erreichen willst, dann welche Lücken du zu füllen hast und danach, hol dir die Versatzstücke, die du zum Weiterkommen brauchst. Heraus kam eine solide Portion ITIL (grossteils Strategie, Design und Transition), SIAM und Devops und zum Verständnis der Digitalisierungsgilde das Design Thinking. 

Bei anderen Kollegen meiner Zunft wirds wohl wieder was anderes sein .... und die die der Meinung sind, es ist wieder anders als ich es hier sehe,  mal sehen, wie der Markt sich entwickelt, er entscheidet letztendlich was zutreffend ist.


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Und hier der Disclaimer, damit die Kollegen von AXELOS nicht betupft sind.......

 "ITIL® is a (registered) Trade Mark of AXELOS Limited. All rights reserved."
 

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