Resilienzfaktor Automatisierung – Wenn plötzlich die Unmöglichkeit zur Notwendigkeit wird

29.07.2020 14:42:09 | BLOG | Helmut Steigele | BLOG | 0 Kommentare


Wenn man in früheren Zeiten das Wort „Rationalisierung“ oder „Automatisierung“ in den Mund genommen hat, war man entweder der Schreck der Gewerkschaften oder dort unterwegs, wo es für Mitarbeiter, Kunde und Drittpersonen zu gefährlich war, Hand anzulegen.

Doch drei, nicht unerhebliche Einflussfaktoren zwingen heute selbst jene zu Digitalisierung, Automatisierung und damit zwangsläufig „Rationalisierung“, welche all das zuvor als Teufelswerk oder Menetekel vermieden.

 
Der werte Leser sei schon jetzt vorinformiert. Nur durch das Auftreten eines Krankheitserregers alleine, ist der anstehende Automatisierungsbedarf für Unternehmen für mich als Berater und Methodentrainer nicht begründbar. 

Die kann auch noch Covid wiederkommen, und die Asiaten wissen nach SARS, MERS und anderen davon ein Lied zu singen.

Wiewohl genau an diesem „tipping Point (Covid -  Lockdown - Distance Economy) ziemlich deutlich erkennbar wird, warum Unternehmensleiter sich derzeit für dieses Instrument zur Senkung von Betriebsrisiken (Sie haben richtig gelesen...) interessieren.  Neben der aufgezwungenen  Distanz,  sind es langfristiger Ausfall von Personal und steigende Risikoanforderungen  als Hauptgründe. Die Distanz zwischen Kunden und Unternehmen genau so wie jene zwischen Lieferanten und Unternehmen, zwingt zur digitalen Überbrückung vormals physischer Schnittstellen - Self Service oder "digital Service Interfaces" sind daher die Wahl der Stunde, der Gang in die Cloud ist hier fast schon so zwingend, die die Brandschutztür und Fluchtausgängen im konventionellen Bürobetrieb.
 



Risikobehaftet ist aber auch anderes. nicht nur die Mensch-Mensch-Schnittstelle.

Es gibt innerhalb und zwischen Unternehmen in der Zwischenzeit  viele unbeachtete und doch gleichzeitig „risiko- und fehlerbehaftete“ Subabläufe. Wenn dann diese Abläufe in hoher Frequenz und gleichzeitig ablaufen,  stossen sie eine Abwärts-Spirale in der Produktivität, bzw. eine Schadensspirale im Bereich Folgebearbeitung, Verzögerung und Mikromanagement an. Stichwort „Rechnungsbearbeitung, Eingangsprüfungen, Compliance Checks, etc.“  Kein Wunder, dass es sich derzeit lohnt sich über Robotic Process Automation zu informieren

Und in Sachen Personalausfall, bleibt eine Frage nach wie vor brennend
: Was, wenn einem selbst im Offshore-Modus nicht mehr die Leute zur Verfügung stehen, das Nacharbeiten zu lange und zu mühsam wird und durch Ausfall der Baby-Boomer-Generation (so die kommenden Jahre erstmals spürbar), schlicht die Hände, Augen und Köpfe fehlen.

Schlussendlich, selbst ein Führen, automatisches Teilen und Auswerten von Informationen inklusive eines schnellen und gezielten Entscheides bzw. der gesamthaften Verbesserung der Entscheidungsqualität, kann mit „Automatisierung der Datenerfassung, Datenauswertung und Datendarstellung“ unterstützt werden (Eine bewusste Verknüpfung der Domänen Monitoring, Big Data und Dashboard ist hier nicht ganz unbeabsichtigt) - Stichwort Data driven Management und Enterprise Big Data
 

 
Fassen wir also zusammen, entlang welcher "Vektoren" automatisieren nun die Unternehmen, und welche Antworten und Lehrgebäude hat derzeit der Markt zur Bewältigung dieser Herausforderung parat:

 

 

 

Für alle, die sich gerne an den Tatsachen der Praxis orientieren und denen die aufgewirbelte heiße Luft der Digitalisierungspropheten inzwischen die Luft abschnürt; finden wir hier das bis jetzt noch nicht angeführte praktische „Warum“, um das es auch in der Digitalisierung geht.

Es geht in vielen Fällen nicht um die schöne bunte Wettbewerbs-, Disruptions- und Innovationswelt der die „Digitalisierungsapostel“ , welche wohl aus „Feigheit vor dem Feinde“ sich nicht getrauen hier Tacheles zu reden. Es geht faktisch sehr oft um das langfristige Überleben in einer Welt, in der es immer wieder zu Umbrüchen, zu Distanz und zu vermehrt auftretenden Brandherden kommt.


Automatisieren bedeutet nämlich schlussendlich ein "Verlängern von Reaktionszeiten, ein kostenschonenderes "Anpassen und Korrigieren" während des Betriebes und eine "Wiederannäherung und Neu-Anbindung von Kunden" die nun aus der Ferne heraus operieren müssen.


Die hier eröffnete Blogreihe kümmert sich also darum das Thema Automatisierung (operative Digitalisierung) mehr als zukunftweisendes Kriseninstrument zu beleuchten, denn als klassisches Kostenspar-Milchbüchlein-Rechnungsübung.


Im Detail wird also folgendes behandelt

 
  • Wie findet man Automatisierungskandidaten
  • Worin liegt der Nutzen der Ablaufsautomatisierung
  • Worin liegt der Nutzen der Selbstbedienung in der Kundeninteraktion (Service Automation)
  • Worin liegt der Nutzen des „Automatisierten Lernens“
  • Welche Voraussetzungen sind vor Automatisierungsprojekten zu erfüllen
  • Was man lernen sollte und lernen kann – bevors ans Automatisieren geht

In diesem Sinne darf ich gleich auf den Folgeblog verweisen:  Automatisierungskandidaten – und wo man die Finger lieber weg lassen sollte