ITIL handfest - was nützts - Configuration Management

16.04.2019 19:51:05 | BLOG | Steigele | BLOG | 0 Kommentare


Stellen Sie sich vor, Sie kriegen vom Finanzchef ihrer Firma den Auftrag den Finanzbedarf für Ihre Informatik für das kommende Jahr vorlegen.

Dieser Finanzchef ist gleichzeitig ein gründlicher und aufgeschlossener Charakter, also will er auch wissen, warum welche Budgetpositionen mit welcher Höhe besetzt sind. Das was er bekommt, sind in aller Wahrscheinlichkeit "Daumen mal Pi-Schätzungen, versehen mit technischen oder sonst unverständlichen Erklärungen".

Der Grund: Jegliche Planung, also auch die für die IT sollte auf bekannte Bestandsdaten ruhen. Diese Bestandsdaten werden, wenn überhaupt in Excel, irgendwelchen isolierten Datentöpfen und anderen Obskuritäten gehalten. Kurz die IT, weiss im kleinen immer was läuft, den grossen Zusammenhang sieht man in der Praxis eher nicht, so idyllisch die Vorstellungen des Business auch dazu sein mögen.

Nun zum Configuration Management. Die dazu ersichtlichen Definitionen dazu sind zu meist in folgenden Worten abgefasst und werden auch als solche zumeist an Business-Leute herangetragen:

Konfigurationsmanagement (KM) ist eine Managementdisziplin, die organisatorische und verhaltensmäßige Regeln auf den Produktlebenslauf einer Konfigurationseinheit von seiner Entwicklung über Herstellung und Betreuung anwendet.“.

Ich habs heute wieder mal anders versucht: Jeder Produktionsleiter kennt seine Anlagendaten, er weiss, was sie wert sind, welche Wartungsverträge darauf laufen und wofür diese Anlagen eingesetzt werden. Zumeist, weiss dieser Produktionsleiter auch wie die verschiedenen Anlagen miteinander verhängt sind. Weiters kennt er seine Stücklisten, seine Produktionsrezepturen, den Materialverbrauch und all das, was er braucht um seinen Beitrag für alle anderen Leisten zu können. Auf Basis dieser Kenntnisse macht er folgendes:

 

  • Er plant seine Arbeitsleistung
  • Er plant, steuert und kontrolliert seine Budgets Download auf dieser Site.
  • Er kennt seine Risiken, seine Risikoherde und seine Vorsichtsmassnahmen etc.


Dafür hat er im Optimalfall vielleicht sein SAP oder ein vielleicht noch besseres System.

Die Informatik hat oder hatte das bis heute in der Regel nicht. Der Gründe dafür gibt es viele. Einer davon ist der Irrglaube der IT-ler, selbst im kleinen Rahmen alles unter Kontrolle zu haben. Der zweite Grund ist der Trugschluss mancher Business-Leute, dass man dafür der IT wirklich keine Budgets zuzusprechen. So schwer kanns ja nicht sein, die paar Büchsen unter Kontrolle zu halten.

Irrtum, liebe Leser. Wer sich als Businessmann auf den Boden des Konfigurationsmanagements begibt, kommt schnell ins Schlittern, wenn er glaubt, alles sei so einfach.

Fakt ist aber: Solange es kein Konfigurationsmanagement innerhalb einer Unternehmens-IT gibt, solange wirds auch nie wirkliche Ordnung, korrekte Planungen und eingehaltene Betriebsbudgets geben.