Die Säulen digitaler Zukunftsfähigkeit

13.10.2019 20:06:39 | BLOG | Helmut Steigele | BLOG | 0 Kommentare


Um das Implementieren und Rumgegackere von best Practice kümmere ich mich seit Jahren nicht mehr. Ich kümmere mich um die Zukunft meines Unternehmens und nicht um die Predigten derer, die mir immer sagen wollen, was denn nicht alles Practice-konform ist.

Was für ein wunderbares Statement!

Nun, bin ich weit davon entfernt einem strukturierten und durchdachten Ablauf seinen Wert abzusprechen, aber das ständige, fast schon manische Denken an Struktur, korrekten Ablauf, keine Fehler machen bis hin zur Effizienz, Effizienz und nochmal Effizienz, führt zu dem, was ich Prozess-Narzissmus und Ausgrenzung von Kundeninteressen nenne.

Beides sind Effekte die sich gegen eine Unternehmenseigenschaft wenden, die mehr und mehr im digitalen Wettbewerb gefordert wird: Die der
Resilienz (bezogen auf Geschäftsmodell, auf Serviceabläufe im Einzelnen und  den gesamten Servicebetrieb)

Denn nur die Resilienz lässt dich Überraschungen und Ereignisse überstehen, die mit abrupten und fortlaufendem Wandel zu tun haben. Perfekt gestreamte Prozesse sind in einer derartigen Situation im besten Fall obsolet, im schlimmsten Falle tödlich, weil zumeist gar nicht, oder eben fatal reagiert wird.

Es betrifft also Ereignisse, die geeignet sind, ein Unternehmen überraschend in Schwierigkeiten zu bringen, sei es wegen neuer Methoden, Technologien und Bedürfnisse, sei es wegen neu auftretender Regulativen, sei es wegen des fortschreitenden Fachkräftemangels, sei es wegen der ständig neue auftretenden Cyberbedrohungen. 
 
Hört man sich heute in den Etagen der COOs, der CFOs und der CIOs rum, so ist das sich wappnen für eine unsichere Zukunft eher en vogue, denn das weitere Durchprozessieren in den Organisationen selbst.

Dieses Wappnen für die Zukunft wird aus meiner Sicht viel mehr die Agenden in der Chefetage prägen.

Selbige aber hängen alle von einem einzigen Faktor ab, vom Kunden, präziser vom Kundenvertrauen. In einfachsten Worten, wenn die "Energiequelle Kunde" das Vertrauen verliert, ist Feuer am Dach.

Was muss ein Lieferant oder Dienstleister sein, um für Kunden langfristig zukunftsfähig zu sein:

 
 
Nun, Kunden wollen mit dem geringstmöglichen Energieverlust (empfunden in Frustration, Wartezeit und zu entrichtenden Preisen.) bei ihren Lieferanten und Lösungsanbietern vorstellig werden.

Sie wenden sich also an jene Organisationen, die vertrauenswürdig im Umgang mit Informationen, zuverlässig in der Erfüllung der übertragenen Aufgaben, anpassungsfähig an die verschiedenen Alltagssituationen und vorausschauend ausgerichtet auf die künftigen Bedürfnisse sind.

Mit diesem Vergleich kann man grundsätzlich für jedes Unternehmen argumentieren, egal ob im digitalen oder im analogen Kontext. Einzig im digitalen Kontext wirken diese Faktoren auf ein Unternehmen stärker. Erstens, weil sich der Kunde schneller verabschieden kann, zweitens, weil es schneller zu Wandel, veränderten Rahmenbedingungen und neuen Wettbewerbern kommt.

Nun aber zur Problemstellung. Obiger Zusammenhang erscheint wohl jedem klar, warum derselbe aber in einzelnen Stories und mit anders klingenden Buzzwords als Sau durchs Dorf getrieben wird, erscheint nicht nur mir als Ärgernis. 

Nun gibt es aber genug leidgeprüfte Kunden, die sich mit buzz-word-süchtigen und realitätsvergessenen Beratern, Subject Matter Experts und anderen Repräsentanten der digitalen Szene auseinandersetzen müssen. Das einfache Bild von oben, sieht nach "Angrifff" der der beratenden Auguren, Propheten und best-Practice Evangelisten wohl so aus.

Ob selbige den Gesamtzusammenhang der Zukunftsfähigkeit im Auge hatten, wage ich aber in Zweifel zu ziehen.
 
Damit hätten wir den Zusammenhang wieder hergestellt. Es folgt die Beantwortung jener Fragen, welche vor allem die Entscheidungsebene innerhalb von digitalen Unternehmen prägen:
 

In diesen nun folgenden Beiträgen erhalten Sie kurze Einblicke, nicht nur im Sinne eines enzyklopädischen "Was bedeutet Was?" sondern auch auch im pragmatisch gefärbten "Was hilft für welchen Zweck?"