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Distancing - Contactless Business und dessen Folgen

22.05.2020 09:48:42 | Helmut Steigele | 0 Kommentare
Ja soll ich denn in Zukunft nur noch im Ganzkörperkondom rumlaufen. Das was uns alle derzeit wohl am meisten beschäftigt, ist die "Unsicherheit" und damit verbunden, das "nicht handeln", weil man hin und hergerissen ist, zwischen einem "lieber nichts tun" bis hin zum "sei es drum, es muss einfach weitergehen".

Was auch immer am Ende rauskommt, für Inhaber eines Geschäfts, für Kader und Entscheider stellt sich hier und jetzt eine grundlegende Frage: Welche Folgen hat das für unser Unternehmen und wie kann ich diese abmildern, diese nutzen oder schlichtweg mit Ihnen umgehen?

Vielleicht sollten wir hier von unseren gängigen Denkmustern abweichen und mit einem neuen Ansatz wieder "Leben" in den Leistungsfluss bringen:


Abweichen von gängigen Denkmustern? Was soll das schon wieder? Reicht es nicht, dass meine Kunden weg bleiben, die Kontaktangst Investitionen verhindert, Kaufentscheide verzögert und für mich erfolgskritische Ressourcen nicht mehr verfügbar sind?

Doch das reicht vollauf. Ich kann mir sogar vorstellen, dass Sie neben den obigen Problemen noch eine Ladung weiterer zu lösen haben. Die Frage aber ist,
wollen Sie sich im "Recovery" jeden Baum vornehmen um an die andere Seite des Waldes zu gelangen, oder wählen Sie die Schneise, welche Ihnen am wenigsten Kraft kostet.

 

Im Rahmen unserer Resilience Blogs, sind wir also dort angelangt, wo die Krisensituation "das neue Normal" ist und wir uns über das künftige Recovery und die dazu nötigen Massnahmen gedanken machen.

Am
05.02 diesen Jahres (Nichtsahnend vor dem was dann danach kam), postete ich dazu folgenden Chart:



Wir befinden uns hier im "Absorb and Withstand" und doch müssen wir uns schon Gedanken über die "neue Zukunft" machen. Aber nach welchen Regeln stellen wir uns nun künftig auf, und wo kommen nun jene Massnahmen zum Zug, die kurz-, mittel- und langfristig greifen sollen.

 

Ein Ansatz liegt darin, sein ganzes Unternehmen so zu sehen, als wäre es ein "Umspannwerk" innerhalb eines Netzes von Austauschbeziehungen. Wenn eine Austauschbeziehung zusammenbricht, stottert oder signifikant an Leistung verliert kann das viele Gründe haben:



Das künftige "kontaktarme" Arbeiten hat also zur Folge, dass entlang des gesamten Leistungsflusses, in das wir als Unternehmen eingebunden sind, es zu einer Aneinanderreihung von Leistungshemmern kommt. Leistungshemmern, die durch Alternativen, durch neue Brücken (egal ob organisatorisch, digital, etc.) überbrückt werden müssen. 

 

Am besten dreistufig: 

Stufe 1: Prüfe wo es zu Leistungsunterbrüchen gekommen ist, überbrücke zuerst all dass, was einen Leistungsfluss unterbindet (Krisenmassnahmen), sorge dafür dass deine Leistungsabnehmer erkennen, dass du wieder leistungsfähig bist
Stufe 2: Baue die Brücken, die dafür sorgen, dass es grundlegend wieder zu einem fortlaufenden neuen Leistungsfluss kommt (Stabilisierung)
Stufe 3: Erweitere Deine Brücken und drehe die Flussrichtung Deiner Leistungen in eine Richtung, dass Abnehmer sie auch langfristig neu nutzen können (strategische Neuausrichtung)

Zwischen jeder Stufe: Prüfe ob Deine Massnahme Wirkung zeigen, wie lange diese Wirkung ungefähr andauern wird und ab wann eine vielleicht gesetzte Massnahme aufgrund geänderter Umstände angepasst werden muss.

Was ist nun an diesem Denken neu:

  • Erstens es wird nicht viel gleichzeitig und damit gar nichts getan, sondern alle miteinander wissen wann, warum, was getan und was gelassen werden kann
  • Zweitens, man verheddert sich nicht in methodischen Diskussionen, sondern kann entlang einer strukturierten Recovery Roadmap aus dem disruptiven Ereignis raus
  • Die Zuständigkeitssilos sind weg, weil man entlang des "Businessflow-Modells" das Zusammenwirken aller Teilleistungen viel besser erkennt
  • Erkennen jene, welche im Zentrum einer Leistungskette stehen, warum es durch Auswirkungen an den Rändern bei ihnen selbst zum Knirschen im Getriebe kommt


Ankündigung für den nächsten Blog: Welche Buzzwords, Technologien und methodischen Ansätze für die neue "kontaktarme" Welt von Relevanz sein können und wo sie ihre Wirkung zeigen
 
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