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Wertstromdenke - Wie man Value Streams baut - Thesen fürs neue ITSM

15:44:43 02.01.2019 gepostet von helmut.steigele@cascadeit.ch um 15:44:43 02.01.2019

Nun, da bin ich jetzt mal neugierig. Wie schon im letzten Blog erwähnt, stolperte ich über einen von Axelos freigebenen Chart zur neuen ITIL4 in dem der Begriff Value Stream und Value System erwähnt wurden.

 

Von irgendwoher müssen die Burschen ja den Begriff haben, zeichnen sich doch die Kollegen von der Insel eher durch "synoptisches Denken" aus (eine Practice gut finden, umfärbeln und als best Practice verkaufen), denn durch "disruptives Denken" (eine Problemstellung eingrenzen, Thesen setzen und neue Vorschläge bringen).

Und so wie es scheint, sind sie wie im letzten Blog vermutet nicht sofort bei Porter bzw. Womack and Jones gelandet, sondern erst mal bei der "Konkurrenz", der Opengroup.

Weiland, der Chefaugur Roman Zhuravlev hat es sogar selbst erwähnt, in folgendem Blog-Eintrag:
"Taking IT4IT on the ITSM-Journey"

Grund genug, die alten IT4IT Unterlagen rauszukramen und dort mal nach detaillierteren Erklärungen zum Thema Wertstrom nachzusehen. Und in der Tat, man wird dort fündig. Die Opengroup publizierte 2017 ein Whitepaper zum Thema "Value Streams" und zeigte dort auf, wie man aus ihrer Sicht Wertströme modelliert, und sie haben sogar eine Anleitung dazu beigefügt.

Und dieser ruht in der Tat auf  in schon die Jahre gekommenen Schinken von Porter und James Martin (The great Transition, 1995). Damit haben auch die Kollegen von der Opengroup abgeschrieben, aber sie haben die Quellen angegeben (was dem interessierten Leser das verstehen des Warum sehr erleichtert).

Gehen wir aber nun ins Detail. Wie sieht nun die Opengroup das erstellen von Wertströmen:

1. Wertströme werden hier als "End-to-End-Sammlung" mehrwertgenerierender Aktivitäten gesehen, welche am eine ein für den Kunden als wertvoll empfundenes Gesamtergebnis resultieren.



2. Im Sinne einer gesamthaften Geschäftsarchitektur wird dann folgendes Referenzmodell aufgebaut:

 



Demnach wird Wert nur dann geschaffen, wenn ein Stakeholder (Kunde, Sponsor, Benutzer, etc.) etwas anfordert, am Wertschöpfungsprozess auch beteiligt ist und im HIntergrund vorhandene Fähigkeiten (Capabilities) und Abläufe (Process) das erwünschte Endergebnis ermöglichen.

 

3. Die Wertströme werden beschrieben. Die Opengroup gibt hier diese Kategorien vor
 

  • Name
  • Stakeholdernutzen
  • Einstiegskriterium
  • Akzeptanzkriterien
  • Value Item (e. g. LIeferobjekt)
  • Leistungsübergabepunkt
  • Aktivitätsverlauf
  • Wert

Eine Struktur auf der übrigens auch später die Auguren der Lean-Bewegung aufsetzen, nur fügen dieselben noch die Kategorien Methoden (Practice), Ressource, Value Added, Needed Value Added, Non Value Added als Beschreibungselement dazu.

Was macht nun den Unterschied zum klassischen Prozessframework aus:

1. Wertströme haben eine klassische "Outside-In-Sicht", nämlich die des Leistungsabnehmers
2. Damit bestimmt der Kunde im Grunde den für ihn "optimalen" Verlauf; Sowohl ein herzloses "Hinrotzen" im Sinne eines "Geliefert, wie spezifiziert oder Aussagen a la  "das lässt der Standard nicht zu.." sind so mit Geschichte
3. Prozess und Capability bleiben im Grunde bestehen, werden jetzt aber in "feinerer" Granularität so gekapselt integriert, dass bei Veränderung des Kundenwunsches nicht gleich das gesamte Gebäude zusammenkracht

Zudem gelten folgende Prinzipien:

1. Es muss einen klar definierten Stakeholder geben, der den Wertstrom auslöst
2. Es wird von aussen nach innen gearbeitet (womit bei der Serviceleistung gestartet wird und zuletzt die "Innensicht" zum Tragen kommt)
3. Wertströme stellen keine "Capabilities (Fähigkeiten) dar, noch sind diese Komponenten (Bestandteile) von Capabilities
4. Wertströme sind "bündig", "prägnant" und für den Leistungsabnehmer verständlich zu formulieren und zu modellieren
4. Das resultiert automatisch darin, dass es zu einem Rückgriff in einen Methodenbaukasten kommt, der bestimmten Fachdomänen zugeordnet werden (untenstehend ein Beispiel, dass aus der "Great Transition" stammt aber auf "Business Capabilities" abgestellt ist.





Wäre ich jetzt hier in einem ITSM-Kontext unterwegs, würde ich hier Domänen wie in IT4IT bilden, dort entsprechende Methoden oder Practice-Bereiche zuordnen (so hats Kollege Martin 1995 gemacht) und dann würde ich frei nach Kundenwert und Optimierungslust mich beginnend bei den einzelnen Services von "vorne nach hinten" arbeiten.

 

 

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