Fundiertes Entscheiden – welches Wissen entscheidend ist und wie hier die Business-Automation wirkt

21.08.2020 18:36:44 | BLOG | Helmut Steigele | BLOG | 0 Kommentare


Was macht den Erfolg und die Zukunftsfähigkeit digital erfolgreicher Unternehmen aus. Die Qualität der gefällten Entscheide, die daraus resultierende wirksame Umsetzung und die Fähigkeit aus positiv und negativ wirkenden Entscheiden zu lernen, damit es beim nächsten Mal besser wird.

Die Buzzwords Automation, Datadriven Management und Digitalisierung hängen in Ursache und Wirkung miteinander zusammen und wirken auf eine Grösse, die sich unausweichlich in die Vita eines Unternehmens einbrennt, die Entscheidungsqualität. Genau hier zeigen sich aber ein paar kleine Details, die gerne übersehen werden.

Auch der beste Entscheider kann nur so gut entscheiden, wie er zügig mit Informationen versorgt und kompetent durch ausreichend erfahrene Mitarbeiter beraten und ggf. auch korrigiert wird.

Die Entscheidungsqualität ruht daher auf den Vektoren:

Zusammengefasst, je schneller und je mehr Informationen auf einen als Führungskraft einprasseln, je weniger Übersicht man hat und je weniger Zeit man hat, um zu reagieren oder Risiken zu beurteilen, desto happiger fallen die Folgen von Entscheiden aus, die schon aus den Umständen heraus nicht gut sein können.

Wenn ich also erkenne, dass ich mich als Führungskraft in einem mehr und mehr unübersichtlichen Umfeld bewege, so sorge ich dafür, dass sowohl „Umfeld , Umsetzung im Umfeld und Resultat“ regelmäßig erfasst, ausgewertet, zeitnah dargestellt an mich geliefert werden, damit meine Entscheidungsqualität besser wird.

 

So weit die Theorie. Praktisch gesehen können Umfeld und Umsetzung im Umfeld derzeit kaum oder nur schwer gemessen werden, weil die Voraussetzungen innerhalb der Unternehmen auf der personellen Ebene nicht geschaffen wurden. Letztendlich hängt es immer noch an den Menschen, an deren praktischer Erfahrung und am Wissen das zum Teil fehlt, um hier eine „Zulieferkultur“ zu etablieren, die es Führungskräften ermöglicht, wirksamer zu entscheiden.

Doch welche „Skills“ oder Kompetenzen sollten hier langfristig aufgebaut werden.

Was hier sofort auffällt ist, dass es Wissensbereiche sind, die bis vor kurzem kaum auf der Speisekarte der Bildungs- und Zertifikatsindustrie zu finden waren, wiewohl die Themen selbst schon sehr alt sind.

Das Value Stream Mapping mag als Thema neu klingen, ist aber nichts anderes als das Wissen darum, wie man selbst kleine wertstiftende Mikroabläufe so erfassen, darstellen und optimieren kann. Vieles an etabliertem Erfahrungswissen der bestehenden Mitarbeiter, einfach in ein neues Methodenraster eingebracht, kann hier schon dafür sorgen, dass die Fähigkeiten in der Ablaufsoptimierung und Gestaltung im Unternehmen etabliert sind.

Die braucht es aber auch, um später all das, was einem hohen Tempo unterliegt, risikobehaftet ist, aber zügig in digitalem Tempo bereitgestellt werden soll, zu automatisieren, zu vermessen und damit jener Disziplin zuzuführen, die ich Daten- und Auswertungskompetenz nenne. Das geht dann so weit, dass letztendlich Anpassungen, Neu Priorisierungen und Innovationen auf Basis einer mit Daten untermauerten Gesamtsicht (Stichwort Business Architecture) gefällt werden können.

Das hat eine politische Dimension zur Folge. Führungskräfte, die darauf achten, dass sie ausreichend von kompetenten Mitarbeitern und Fachleuten zeitgerecht mit entscheidungsrelevanten und evidenzbasierten Grundlagen versorgt werden, sorgt dafür, dass es diese Mitarbeiter gibt bzw. dass diese Mitarbeiter auch auf die entsprechenden Wissenstöpfe zugreifen können.

Welche Wissenstöpfe sind dazu derzeit vorhanden:

  • Value Stream Mapping
    • Lean Six Sigma
    • Lean IT Management
    • ITIL4 – Modul High Velocity IT
  • Service Automation
    • Service Automation Framework
  • RPA (Robotic Process Automation)
    • Viele Gratiskurse im Bereich Lowcode (UI-Path, Automation Anywhere, etc..)
    • Open Process Automation TM – von der Opengroup
  • BI / Big Data
    • Enterprise Big Data Professional
    • Enterprise Big Data Analyst
  • Business Architecture
    • Open Group – TOGAF 9.2
    • IT4IT

Zwei Anmerkungen, die der Ehrlichkeit halber noch wichtig sind. Es ist wahrscheinlich, manchmal sogar richtig, dass es auch noch anderes gibt, und dass viele Bildungsanbieter ihnen mit weiteren Alternativen die Türen einrennen werden.

Dieser Beitrag ist aber nicht dazu gedacht, in Perfektion zu brillieren, sondern Ihnen als Führungskraft ein paar Optionen aufzuzeigen.

Abschliessend, dass für das eine oder andere Modul, beim Blogger selbst Wissen abgezapft werden kann, dürfte nach Abschluss dieser Blogreihe evident sein.

Ich hoffe, Sie als Leser, konnten die eine oder andere Idee daraus ableiten, freue mich jetzt über Feedback, Rückfragen und Anregungen, wie ich dem werten Leser in Zukunft weitere Inputs liefern kann.